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Mai
17
2012
Geschrieben von Horst Peter Pohl, evangelischesfrankfurt.de
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Gottesdienst heute morgen in der Friedenskirche. Ich war dabei, obwohl ich bei meiner Liebsten in Wetzlar war.

Zum Sonntag “Rogate” gab es in der Friedenskirche einen “Twittergottesdienst”. – “Ich weiß ja nocht einmal, was das ist”, sagte eine ältere Frau. “Keine Angst, nichts Schlimmes”, wurde ihr geantwortet. Das war, bevor der Gottesdienst mit dem Lied “Tut mir auf die schöne Pforte” begann.

Ich weiß das, weil ich es auf Twitter mitlesen konnte. Twitter ist ein Nachrichtendienst, über den jeder, der dort “eingeloggt” ist, kurze Nachrichten senden kann, die dann jeder mitlesen kann. Ich zuhause auf meinem Computer, andere auf ihrem Smartphone. Oder aber auf der “Twitterwall” in der Kirche.

Twitterwall im GottesdíenstWie kam es zu diesem Gottesdienst? Am Wochende fand in der Friedenskirche ein “Barcamp” statt. Dort trafen sich kirchlich engagierte Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, um Erfahrungen aus ihren Aktivitäten im Internet, vor allem in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter auszutauschen und neue Impulse zu bekommen. Mit dem Gemeindepfarrer, Nulf-Schade-James, wurde ein gemeinsamer Gottesdienst vereinbart, der nun heute morgen gefeiert wurde.

Ich konnte also mitlesen, was dort geschah. Wohlgemerkt, nur mitlesen. Ich merkte, dass das für mich etwas anderes ist als als mitfeiern. Das kann ich zum Beispiel in einem Fernsehgottesdienst durchaus und manche sind darauf ja auch angewiesen, weil sie nicht mehr in den Gottesdienst gehen können.

Andererseits: ich konnte mich beteiligen, eben nicht nur innerlich, sondern ganz real. An einem Punkt wurde die Predigt, deren Grundgedanken ich mitlesen konnte, unterbrochen.

“Was bedeutet Euch “Beten”? Wann, wo, wofür betet Ihr?”, wurden wir gefragt, die einen in der Kirche, wir anderen, die in einem Netz miteinander verbunden waren.

In der Kirche wurden Karteikarten verteilt, die dann in Twitter eingegeben wurden. Von überall her aus dem Weltweiten Netz www kamen Antworten.

Aber auch in der Kirche wurden getwittert. Vor allem bei den Konfis vorne sah man die Smartphone aufblinken. “Ich bete für die Eintracht”, schrieb einer. So sind sie, die Konfis.

Noch einmal bei den Fürbitten. Inzwischen hatten sich auch Menschen eingeschaltet, die vorher gar níchts von diesem Gottesdienst wussten und jetzt ihre Fürbitten schickten.

Fazit?

Stimmen auf Twitter:

  • Die Beteiligung der Gemeinde am Gottesdienst – per Twitter oder Zettel – ist sehr bewegend. Bin tief berührt
  • WOW, war das echt ein richtig schöner Gottesdienst…
  • Wenn ich solche Gottesdienste mitfeiern darf, weiß ich, warum ich Christ bin.
  • … ich bin bewegt vom Gottesdienst offline und online geht zusammen
  • Da bin ich heute noch unerwartet zu einem Gottesdienst gekommen – Danke!
Bin gespannt, was ich aus der Gemeinde höre. Haben die Menschen in “Frieden und Versöhnung” das als Bereicherung, als Verbundenheit erlebt? Oder war es eher störend?
Mein persönliches Fazit: Für mich da draußen ist ein Gottesdienst, den ich hören, sehen, schmecken und anfassen kann, schöner. Aber eine Art der Teilhabe war es für mich allemal.
Nov
01
2011
Geschrieben von Jens Balondo
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Ein Artikel von Pfr. Wilfried Warneck

Am Freitagabend bin ich Gast im Gottesdienst der Sion-Gemeinde im Vorort Woloan. Die Kirche ist voll: Kinder, Jugendliche, Erwachsene aller Altersgruppen, Senioren. Es gibt keine Orgel. Die Lieder wurden begleitet von drei jungen Frauen, einem jungen Mann und einem Keyboard-Spieler. Sie singen sehr schwungvoll und die Gemeinde singt sehr kräftig mit.

EKHN - GMIMDafür gibt es einen Grund. Die ganze Gemeinde ist aufgeteilt in Nachbarschaftsgruppen (Koloms). Sie bestehen aus jeweils 15 - 26 Familien und treffen sich jeden Mittwoch zu einem Gottesdienst reihum in ihren Häusern. Jeder Kolom bildet einen Chor. In jedem Gottesdienst werden mehrere Kolom-Chöre zum Singen aufgerufen, vor allem vor und nach der Verlesung des Predigttextes. Dies geschah auch in diesem Gottesdienst. Unter den vier Chören, die sangen, waren neben zwei Kolom-Chören auch ein großer Jugendchor (die Jugend trifft sich extra zusätzlich zu den Kolom-Treffen) und ein sehr großer Männerchor (Trifft sich wie auch ein Frauenchor ebenfalls zusätzlich jede Woche). Sie sangen ausgezeichnet und sehr lebendig. Unsere Kirchenmusiker würden sich hier vorkommen wie im Paradies. Im Eingangsteil traten neben den Chören auch vier junge Frauen auf, die einen ausdrucksstarken traditionellen Tanz darboten, als Teil der Liturgie. Die Predigt war offenbar packend. Die Menschen hingen an den Lippen des Predigers. Ab und zu gab es etwas zu lachen oder zu antworten. So ging es 25 Minuten, ohne dass die Konzentration der Zuhörer nachließ. Sie alle hatten ihre Bibeln dabei und lasen bei der Lesung mit.

Am Schluss des Gottesdienstes durfte ich die Hände dieser Männer schütteln, alle sehr freundlich und offen. Es waren Hunderte.

Wilfried Warneck
 

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15:00 Uhr Gottesdienst
ca. 15:30 Uhr Kindergottesdienst

 

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